Wir möchten hier die Gemeinde Gleisweiler vorstellen, die schon um 1844 mit der Erbauung der ersten Kaltwasserheilanstalt Deutschlands der Privatklinik Bad Gleisweiler (früher Sanatorium genannt) weit über die Grenzen der heutigen Pfalz bekannt war.
Besonders sehenswert ist das schloßartige klassizistische Gebäude, das nach den Plänen des Architekten Leo v. Klenze, des Hofbaumeisters Ludwigs I von Bayern, erbaut wurde.

Bevorzugt durch das mildeste Klima Deutschlands, im Winter und Sommer gleich gemäßigt, gedeiht in dem 150 Jahre alten Park eine Vielzahl exotischer Gewächse wie z.B. Mammutbäume (44m hoch), Scheinzypressen, ein aus Nord-China stammender Götterbaum, mehrere Palmen und sonstige dekorative Exoten.

Sanatorium
Park

Der Parkweg führt nun weiter zu einer exponierten Stelle, an der ein schöner Säulen-Pavillon, der "Sonnentempel" steht, der in seinem Aufbau in Süddeutschland einzigartig ist. Erbaut nach den Plänen des französischen Queichlinieninspektors und Festungsbaumeisters Francois Xavier Gavillet. Von morgens früh bis spät abends liegt der Sonnentempel in der Sonne. Es ist deshalb kein Wunder, wenn dort Feigen, Mandeln und Zitronen blühen und reifen. Von hier hat man einen schönen Blick über die Weinberge bis zur Rheinebene.

Vor dem Eingang zum Park steht das Luitpolddenkmal, das dem Prinzregenten Luitpold von Bayern zum 90. Geburtstag gewidmet war. Bei der Enthüllung im Jahre 1911 war Luitpolds Sohn und der spätere König Ludwig III anwesend.

Eine außergwöhnliche Attraktion bietet die Lindenallee, ein Promenadenweg am Waldrand mit Sitzbänken. Hier kann man in Ruhe den Blick über die Dörfer bis hin zum Odenwald mit Heidelberg, dem Schwarzwald bis hinauf zur Hornisgrinde schweifen lassen. Zu sehen ist bei guter Fernsicht das Straßburger Münster und der Dom zu Speyer. Zur rechten runden die Wasgauberge das herrliche Panorama ab.

Auf dem Weg über die Lindenallee erreicht man in 20 Minuten die historische Walddusche (1849). Sie ist die älteste noch vorhandene Kaltwasserdusche in Deutschland, die schon vor der Zeit des Pfarrer Kneipp benutzt wurde. Die Wasserzuführung aus dem Hainbach erfolgt über aus Sandstein gehauenen Wasserrinnen auf eine Länge von ca. 80 Metern. Die Walddusche ist in den Sommermonaten ein gern besuchter und zum Duschen genutzter Ort.

Am Dorfeingang befindet sich am Reitschulplatz das Gemeindehaus, das 1842 als ehemalige Sommervilla erbaut wurde. Der Reitschulplatz hat bis heute noch die Funktion als "Kerweplatz". Die aufgestllte Plastik ein "Reitschulpferd mit Kindern" wurde von unserem Bürger und Künstler, Herbert Lorenz geschaffen.

Katholische Kirche
In der Dorfmitte steht die kath. Pfarrkirche St. Stephanus. Der Turm mit dem großen Walmdach, das Wahrzeichen von Gleisweiler, wurde 1354 erbaut. Im Untergeschoß des Turms befindet sich eine Kapelle mit gotischem Chor (Sterngewölbe). Die katholische Kirche wurde 1760 nach den Plänen des kurfürstlichen Baumeisters Rabaliatti erbaut. Sehenswert u.a. der Hochaltar um 1760, ein Kunstwerk feinsten Rokokogeschmacks.

 

Gegenüber der Stephanuskirche befindet sich die 1954 erbaute evangelische Kirche, die nach dem elsäsischen Reformator Martin Bucer benannt ist.

Sehenswert das Kunstwerk von Gernot Rumpf, ein Bronzekreuz. Aus dem aufgebrochenen Kreuzbalken wächst der Weinstock als Zeichen des Lebens.

Im ältesten Ortskern von Gleisweiler befindet sich der "Hinzlochbrunnen" mit einem alten Steintrog von 1521, der früher als Pferdetränke benutzt wurde. An diesem Platz steht das älteste (1579) und best erhaltene Fachwerkhaus des Ortes.

Hinzlochbrunnen

In der Nähe dieses Brunnens befindet sich auch der älteste Baum der Südpfalz, ein über 500-Jahre alter Edelkastanienbaum mit einem Umfang von 8 Metern.

Herausragend und für Gleisweiler sehr bedeutsam ist das ehemalige Kurpfälzische Zehnhaus (1753), ein stattliches viergeschossiges Bauwerk, das nach den Plänen von Sigismund Zeller, des Hofbaumeisters des Kurfürsten Carl-Theodor, erbaut wurde. Nach der Renovierung dient der "Kurpfälzische Zehenthof" der Gemeinde als Kultur- und Gemeindezentrum. Im vierten Stock (1. Stock von der Badstraße) befindet sich heute wie früher die Pfarrwohnung (größtes Pfarrhaus der Pfalz).

                                                                        

Gleisweiler bietet mit seinem Wandergebiet im Naturpark Pfälzer Wald gut markierte Wanderwege, die Wanderungen u.a. zur Burgruine "Neuscharfeneck", der viertgrößten Burganlage der Pfalz, zur Trifelsblickhütte (550m) des örtlichen Pfälzer Waldvereins, dem Wetterkreuz (600m) und der Wallfahrtskirche St. Anna, ermöglichen.

 

Die Badstrasse

Gleisweiler zählt zu den wenigen Orten, die keinen Durchgangsverkehr haben. In gemütlichen Gasthäusern und Weinstuben erwarten den Gast typisch pfälzische Spezialitäten. Dazu serviert man gerne unsere Weine aus der Weinbergslage "Gleisweiler Hölle".

Exotische Bäume
Ein Fussweg

So ist unser Ort Gleisweiler, gesegnet von der Natur, wirklich ein Platz, wo der Gast Ruhe und Erholung
von der Hast des Alltags finden kann.