20. Jahrhundert

Als Aufmarschgebiet im Deutsch - Französischen Krieg 1870/71 hatte auch Gleisweiler abermals Feindseeligkeiten Tribut zu zollen und gleich zu Beginn des 1.Weltkrieges wurde das Kurhaus des Bades Gleisweiler zu einem Lazarett umfunktioniert. Im 2. Weltkrieg beherbergten die Mauern des Sanatoriums während des Westfeldzuges 1940 das IX. Armeekorps dessen Angehörige, immerhin 500 Soldaten, alle in Gleisweiler einquartiert waren, was für Gleisweiler und seine Bürger einen Zustand wie in einer Garnisonstadt bedeutete. Ab Sommer 1944 litten auch die Gleisweilerer unter immer mehr Luftangriffen, die ihren Höhepunkt mit der Bombardierung des Sanatoriums am 1. Weihnachtsfeiertag 1944 hatten. In der Nacht vom 23. zum 24.03.1945 marschierten schließlich amerikanische Truppen in Gleisweiler ein, die aber bereits im April 1945 an die französischen Besatzer übergaben. Dies war für viele Gleisweilerer nochmals ein leidvolle Zeit bevor das Kriegsende nahte. Am 08.09.1946 wurde schließlich der erste Gemeinderat und am 22.09.1946 der erste Bürgermeister (Karl Bender) der Nachkriegszeit gewählt.

Im Oktober 1952 wurde Anneliese Bender pfälzische Weinkönigin und im Januar 1953 Heinrich Nicklis neuer Bürgermeister. Im Zusammenhang mit der neuen Errichtung einer prot. Kirche, erfolgte am 23.05.1954 die Grundsteinlegung für die Martin-Bucer-Kirche. Nachdem Alfons Argus am 24.11.1956 Bürgermeister von Gleisweiler geworden war, folgte ihm am 01.07.1969 Marianne Buhle nach. Am 31.08.1972 stimmte der Gemeinderat der Verwaltungszusammenführung ab dem 01.10.1972 zu, wodurch Gleisweiler zur Verbandsgemeinde Edenkoben kam. Die Auszeichnung als neuer Ehrenbürger der Gemeinde konnte am 08.06.1973 Pfarrer Fritz Bohner entgegen nehmen, der zum Bedauern aller schon im darauf folgenden Jahr verstarb. Am 12.02.1982 übernahm Josef Götz das Amt des Bürgermeisters der am 13.07.1984 wieder gewählt wurde. Das Jahr 1987 brachte gleich zwei Einweihungen. Die Einsegnungshalle wurde am 08.11.1987 feierlich ihrer Bestimmung übergeben und am 06.12.1987 konnte die Bürgerschaft in einem Festakt die Nutzung des "Kurpfälzischen Zehnthofes" aufnehmen. Im Jahr 1989 wurde Gleisweiler als Kreissieger beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden"ausgezeichnet. Nach der Kommunalwahl am 17.06.1994 übernahm Bürgermeister Rudolf Orth die Amtsgeschäfte.

Das Jahr 2007 stand unter dem Höhepunkt der 1000 Jahrfeier, die unter der Mitwirkung von großen Teilen der Bevölkerung über die Gemeindegrenzen hinaus große Beachtung und viel Beifall fand. Nachdem Altbürgermeister Josef Götz bereits am 21.10.2001 zum Ehrenbürger von Gleisweiler ernannt worden war, wurde der Altbürgermeisterin Marianne Buhle am 24.01.2010 die gleiche Auszeichnung zuteil. Als Nachfolger von Rudolf Orth übernahm am 01.07.2009 Jörg Keller das Amt des Ortsbürgermeisters. Im Jahre 2010 konnte anläßlich der Grundsteinlegung das 250-jährige Kirchenjubiläum der kath. Pfarrkirche St. Stepanus gefeiert werden und Gleisweiler errang den 1.Preis als "Blühenster Ort" anlässlich des 25. Erlebnistages Deutsche Weinstraße.