Bernd KastenholzMehrdeutige BildzeichenBernd Kastenholz ist 1949 in Speyer geboren und in Hassloch aufgewachsen, er absolvierte die Meisterschule in Kaiserslautern (Malerlehre), die Werkkunstschule in Mainz für Grafik und Design, die Akademie der Bildende Künste in Stuttgart und ist seit 1973 als freischaffender Maler in Gleisweiler. Ausgezeichnet wurde er mit dem Förderpreis der Pfälzer Kunstfreunde, dem Pfalzpreis für Malerei und dem Hans Purrmann-Preis für Malerei. Bernd Kastenholz bindet die Bildgegenstände eng an die Natur, es tauchen nur Dinge auf, die auch in der Natur vorkommen. Motive aus Pfälzer Landschaften bilden einen Teil seiner Werke, eine andere Ebene ist das Zwischenmenschliche und die Integration des Alltäglichen. Es scheint, Kastenholz male gerade das, was ihn direkt umgibt und was ihn bewegt. Wenngleich in den Jahren sich ein stilistischer Wandel vollzog, so zeigen seine Werke doch stets eine sensible Reaktion auf die ihn umgebenden Dinge und alltäglichen Vorgänge. Der Streit mit dem Nachbarn um eine Garage wird künstlerisch ebenso verarbeitet wie ein gebrochener Daumen. Er focusiert sich auf Teilbereiche und lenkt den Blick des Betrachters auf jenes, das man gerne übersieht. Kastenholz liebt das Kleine, das Unscheinbare, das Unbeachtete und scheinbar Überflüssige und bindet es in seine Werke ein. Nicht die große Natur, sondern kleine bunte Steine finden bei ihm Beachtung. In seine Darstellungen mischt sich immer stärker eine geometrische Formensprache ein und wird durch eine geometrische Formenschrift erweitert. Hölzer, Federn oder Schmetterlingsflügel werden in unwirklichen Größenverhältnissen in die Bilder eingearbeitet. Gleichzeitig spielt Kastenholz mit der Farbmaterie. Bei Bernd Kastenholz verbinden sich zunächst fremde Einzelteile zu einem neuen Ganzen, er lässt „Unkrautwald“ oder „Menschenpflanzen“ entstehen.
Die Bilder von Bernd Kastenholz spiegeln eine doppelbodige Heiterkeit und eine eigenwillige Farbwelt er zeigt eine Welt voller Skurrilität und Poesie .Er sieht die Welt nicht überernst und will sie gleichzeitig nicht abtun, als interessiere es ihn nicht, wie Menschen mit Menschen umgehen. Er erweist sich als humaner Satiriker und lässt in seinen Bildern die Harlekine nicht aussterben. Und er wendet sich einer dritten Dimension zu „von der Malerei zur Skulptur“. Aus Stahlblechen werden seine Plastiken gebaut, konstruiert und zusammengefügt. Verzinkt und mit hochwertigen, wetterbeständigen Lacken bemalt, sehen sie aus wie Geschöpfe aus einer energiegeladenen Natur. So entstanden auch die „Wingertsvögel“, die in Gleisweiler aufgestellt sind.
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